In der aktuellen Verbandszeitschrift „Unser Rassehund“ bezieht der VDH Stellung zum derzeitigen Stand der Auslegung und Umsetzung des Tierschutz-Hundegesetztes.
Warum wird dieses Thema derart kontrovers diskutiert? Und warum kommen wir alle nicht weiter? Denn niemand will „Qualzuchten“, wir wollen alle gesunde Hunde, die ein langes, schmerzfreies und zufriedenes Leben bei ihren Familien führen können.
Leider hat die Rassehundezucht der letzten Jahrzehnte Modeströmungen zu sehr nachgegeben. Übertypisierung hat dazu geführt, dass manche Rassen durch übertriebene Zuchtziele „aus dem Lot“ geraten sind. Extremer Kleinwuchs, extremer Großwuchs, Kurzköpfigkeit, hervortretende Augen, Haarlosigkeit oder extreme Faltenbildung führen zu gesundheitlichen Einschränkungen, Leid und Schmerz. Aber diese Zeiten sind vorbei. Der VDH arbeitet schon sehr lange mit den angeschlossenen Zuchtvereinen und deren Züchtern dagegen an. Das geht nicht von heute auf morgen, denn Zucht ist ein Prozess, der seine Zeit braucht. Die TierSchHuV verfolgt dasselbe Ziel. Deswegen ist nicht zu verstehen, warum es keine Zusammenarbeit gibt, denn nur gemeinsam – die unter dem Dachverband VDH agierenden Rassehundezuchtvereine und deren Züchter und die Gesetzgebung – können das gemeinsame Ziel erreichen. Andernfalls – und so entwickelt es sich derzeit – wird die kontrollierte Rassehundezucht behindert, ja sogar VERhindert.
Das im Moment vorherrschende Vakkum fördert die unkrontrollierte Vermehrung durch Schwarzzüchter und Dissidenzvereine. Das kann doch nicht das Ziel sein?! Das IST auch nicht das Ziel! Aber GENAU DAS ist der Kollateralschaden, den das völlig verquere Vorgehen der ausführenden Stellen verursacht.
Eigentlich wollen wir alle dasselbe, aber leider ziehen nicht alle an einem Strang, und schon gar nicht in dieselbe Richtung.
Um für alle Interessierten Licht in das Wirrwarr zu bringen, hier der Beitrag des Herrn Bartscherer, Geschäftsführer und Justiziar VDH. Mit freundlicher Erlaubnis des VDH veröffentliche ich hier an dieser Stelle seine Artikel, Stand Mai 2026.
Selbstverständlich ist es ehrenwert, Tierschutzhunde aufzunehmen (extra importiert oder heimische Hunde) und unsere Tierheime zu entlasten, aber erstens kann das nicht jeder leisten und zweitens will das auch nicht jeder. Rassehundezucht ist unverzichtbar!
Übrigens ist die landläufige Meinung, Mischlingshunde seien gesünder, mittlerweile widerlegt. Es gibt keine Garantie, dass Defektgene nicht vererbt werden. Es leben jede Menge kranke Mischlingshunde in unseren Familien, die das Pech haben, die „falschen Gene“ geerbt zu haben. Vom Leid dieser Tiere und den horrenden Tierarztrechnungen spricht niemand. Solche unbequemen Wahrheiten passen nicht ins Bild und sind nicht populär.
Es ist wie so oft im Leben: Wir brauchen beides!






